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Montag, 25. Oktober 2010

Frauchen ist ein Weichei

Wir haben so viele Ausflüge gemacht,und mein faules Frauchen schreibt einfach nicht darüber. Wir waren in der Burg Rapottenstein, wo Herrchen sich mit einem in eine Ritterrüstung gehülltem Skelett keinen Schwertkampf geliefert hat. Herrchen ist nämlich zu klug. (Das Skelett hat sicher einige gemeine Tricks drauf. Es grinste so verdächtig). Richtig schöne Burg, aber das Gefängnis war so unheimlich, dass sich Frauchen gegraust hat. Und auf der Ruine Kollmitz. Die ist riesengroß und man kann überall herumklettern. Erik-Sohn fand das schön spannend - und ganz schön mühsam. Aber ein toller Spaß. An dieser Ruine kamen wir auch bei einem noch abenteuerlichen Ausflug vorbei. Wir Plüschtiere durften mit, als meine Besitzer mit dem Kanadierkanu ein Stück auf der Thaya paddelten. Das war vielleicht aufregend! Bei jeder Stromschnelle hat Frauchen zu schwitzen begonnen, und Erik-Sohn und ich (allerdings, wie man zugeben muss, aus einer wasserdichten Box heraus) haben über jede Stromschnelle gejubelt. Der Bootsausflug war fabelhaft! Wunderschöne Natur, hauptsächlich ruhiges Wasser und das beste Wetter. Aber seither glauben wir, das Frauchen ein Weichei ist.

Freitag, 9. Januar 2009

Winterwanderungen

Am Neujahrstag hatten meine Besitzer leider keine Lust mit uns was zu unternehmen. Also spielten wir mit der Plüschbärenbande (9 Stück immerhin), die in unserem Urlaubsquartier wohnt, und mit einem grimmigen Gesellen mit einer Kette und einer Rute. Ein so genannter Krampus. Erst am Tag darauf unternahmen wir eine Wanderung durch den Wald, bei der wir auch gefährliche Bäche überqueren mussten. Es war wunderschön und tief verschneit. Erik-Sohn war begeistert, auch weil es wieder schöne Eiszapfen gab.Wir durften die meiste Zeit in Frauchens Jackentaschen mitreisen, aber manchmal mussten wir auch alleine laufen. Die Stege über die Bäche waren ziemlich unheimlich für eine nicht waschbare Maus, dass kann ich euch sagen. Die Waldwanderung hat meinen Besitzern so gefallen, dass gleich für den nächsten Tag schon wieder eine Wanderung geplant war. Die war fast noch toller! Erik-Sohn fand eine Scheune mit duftigem Bergheu. Er war kaum von dort weg zu locken und kaute mit vollen Backen. Der Reif war ganz dick an den Zweigen der Büsche und Bäume. Wir haben Schifahrern zugeschaut, da wir mehrmals Pisten überquert haben. Eine Schipiste war auch von unserem Rastplatz gut zu beobachten. Am Ende der Wanderung kamen wir in ein Seitental, in dem es eine ganze Anzahl Pferdeschlitten für Gäste gab. Man musste ihnen dauernd ausweichen, und die Pferde sorgten für ziemlich strengen Geruch. (Ich versteckte meine Nase unter meinem Schal.) Sie waren aber sehr hübsch und hatten lustige Glöckchen am Geschirr. Zu Hause gab es zum besseren warm werden Tee und Apfelstrudel. Juhuu!

Donnerstag, 1. Januar 2009

Silvester

Heute war ich mit Erik-Sohn wieder in dem Tal im Nationalpark Hohe Tauern. Während ich in der Skihütte geblieben bin, ist Erik-Sohn mit Herrchen ein Stück den Berg hinaufgestiegen und hat Gams gespielt. Steile Hänge erklettern, springen und vertrocknetes Berggras knabbern. Das Gams spielen hat ihm großen Spaß gemacht – bis am Himmel zwei imposante Adler aufgetaucht sind. Ich hab sie selbst durch das Fenster gesehen. Sehr unheimlich und beeindruckend. Erik-Sohn hat sich rasch im Gras versteckt. Angeblich, weil gute Tarnung für Gämsen sehr wichtig ist. Dann ist er mit Herrchen wieder in die Skihütte, wo Fauchen und ich ein gemütliches Feuer am Brennen gehalten haben. Es gab gebratenen Speck, mit Käse überbacken.(Das Rezept ist sicher von einer Maus inspiriert.) Danach spielten wir ein Geschicklichkeitsspiel und ein Glühwein wurde gekocht. Die Dämpfe haben den kleinen Elch kurzfristig außer Gefecht gesetzt. (Er behauptet, das Gämsenleben wäre so anstrengend gewesen, dass er ein Schläfchen benötigt hätte.) Herrchen hat ein Lagerfeuer für uns gemacht, an dem wir den Jahreswechsel erwarteten. Es war wunderbar romantisch.

Montag, 29. Dezember 2008

Erik Sohns Abenteuer

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass man in den ersten drei Tagen eines Winterurlaubs so viel erleben kann. Gleich nach unserer Ankunft wurden Maus und ich auf das Herzlichste von unserem Freund, dem kleinen Bären willkommen geheißen. Dann durften wir beim Weihnachtsfest der Menschen teilnehmen.
Am nächsten Tag war das Wetter kalt und sonnig. Wir unternahmen eine lange Wanderung in herrlicher Umgebung, bei der ich eine für Elche ungewöhnliche Kunst erlernt habe: das Eisklettern.
Maus brachte mir bei, wie man an Eiszapfen an Steilhängen und über die faszinierenden Eisgebilde bei Wasserfällen und Sturzbächen hochsteigt. Es stellte sich heraus, dass ich anatomisch besser für Eisklettern ausgerüstet bin als Maus und sie war sehr zufrieden mit mir. Diese Sportart erfordert wirklich große Tapferkeit, ehrlich. Aber das ist nicht alles, was ich erlebt habe.
Ich machte die Bekanntschaft einer schönen Hirschdame! Leider konnten wir nur kurz miteinender flirten, denn ihr Ehemann wurde aufmerksam. Ich bin zwar noch sehr klein, aber ich hätte mich beinahe verliebt in sie.
Das Intermezzo machte mich keineswegs schwermütig. Ich hatte großen Spaß mit Maus, als wir die Gelegenheit hatten in einem traditionellen alpenländischen Heustadel zu toben. Bergwiesenheu riecht himmlisch!
Im Laufe der Wanderung konnte ich feststellen, dass Felsen und Gestein sehr interessant und unterschiedlich gefärbt sein kann. So erkletterte ich eine Höhlenwand mit dottergelben Schichten und betrachtete silbrig schimmernde, feinblätterige Gesteine. Ich verstehe zwar nichts von Geologie, aber es war sehr hübsch. Abends waren wir ziemlich müde.
Gestern besichtigte ich den großen Wasserfall, der mitten im Ort liegt und die sogenannten Gletscherschliffe und Gletschermühlen. Das sind Abriebspuren von eiszeitlichen Gletschern im Felsgestein und Stellen, wo große Steine, die vom Gletscher bewegt wurden, Mulden in den Fels geschliffen haben. Da müssen unglaubliche Kräfte eine schier endlose Zeit gearbeitet haben. Faszinierend.

Sonntag, 25. Mai 2008

Auf der Alm

Eigentlich wollten wir ja in den Urlaub fahren....aber das Wetter! Außerdem ist es meinem Frauchen ein paar Tage nicht so gut gegangen. Jetzt ist aber wieder alles okay, und da dachten meine Besitzer: "Nichts wie raus ins Grüne". Natürlich war ich wieder mit von der Partie. Diesmal war das Ziel eine Alm. Es gab Wald und Wiesen, Blumen und Kühe. Nun ja...Kühe und junge Stiere. Ich hab mich erst einmal sehr vorsichtig genähert. Sie waren richtig groß. Ziemlich unheimlich für eine kleine Maus. Herrchen hat recht oft beide Räder geschoben. Manchmal war der Weg gatschig oder voll von Wurzeln. Vor dem Gatsch habe ich mich ziemlich gefürchtet, schließlich bin ich nicht waschbar. Ich bin heil nach Hause gekommen...keine Unfälle mit Kuhfladen oder Matsch...Gott sei dank. Nur viele schöne Erinnerungen an bunte Blumen, Grillengezirp und Rastplätze mit toller Aussicht.
Heute, Sonntag, hat es eines meiner Lieblingsgerichte gegeben. (Das Einzige, bei dem Käse nicht die Hauptrolle spielt.) Akazienomelett. Das ist Pfannkuchen mit vielen duftenden Robinienblüten. Dieser Duft...betörend. Es sieht vielleicht etwas würdelos aus, aber ich kann nichts anders. Nichts wie kopfüber und Nase voraus hinein gesprungen, in die Schüssel mit den Blüten...aaaaah! Juchuu!

Sonntag, 2. März 2008

Wald im Wind


Gestern noch war ein ziemlich starker Sturm, aber heute war es in unserer Gegend nur noch kräftiger Wind. So hat nichts dagegen gesprochen, in den Wald zu gehen - dachten wir. Dann hab ich mich aber doch vor dem Baum gefürchtet, der (auf einer Höhe von vielleicht 4 Metern abgeknickt) über dem Weg gehangen hat. Wenn der meinen Besitzern auf den Kopf gefallen wäre....
Mein Frauchen wollte aber unbedingt den ersten frischen Bärlauch für einen Brotaufstrich pflücken. Der Spaziergang war toll. Ich hab ein Mäuseloch entdeckt, von einer Waldmaus. Außerdem waren da zwei Eichelhäher und ein Buntspecht. Und viele Pflanzen. Veilchen, duftender Seidelbast, Buschwindröschen und Lungenkraut. Außerdem hab ich ein tolles Versteck in einem abgebrochenem Tannenwipfel gefunden. Ein richtiger Kletter- und Spielbaum für Mäuse. Im Wald hat man den Wind überhaupt nicht mehr gespürt. Es hat nur in den Wipfeln gerauscht. Leider hatten wir keine Kamera mit. Das Foto ist von einem Waldspaziergang mit Erik-Sohn im Jänner. Maus.