Sonntag, 17. Mai 2009

Ruine und Hollunderkuchen

Heute war ich mit meinen Besitzern wieder mit den Fahrrädern unterwegs. Als wir an der Ruine einer Kirche vorbeifuhren, wollte mein Frauchen diese besichtigen. Ich durfte überall herumklettern. Die Kirchenruine war ein toller Abenteuerspielplatz mit einer großen Eiche in der Mitte. Auf einem Schild stand etwas äußerst merkwürdiges zu lesen: "Ab sofort ist die boshafte Beschädigung von Wüstlingen Verboten". Sehr verwirrend. Vielleicht war das alte Schild ja nicht mehr gut genug zu entziffern, aber da drängt sich doch die Frage auf....War es vorher erlaubt, Wüstlinge in boshafter Weise zu beschädigen? Wenn ja...war man dann nicht selbst ein Wüstling? Sehr merkwürdig. Ich habe es mir zu Hause in Frauchens Liegestuhl bequem gemacht und über das Problem nachgesonnen, während Frauchen einen Gugelhupf mit abgerebelten Holunderblüten gebacken hat. Ein Frühlingsgedicht, sage ich euch. Wirklich was besonderes. Ich wette, der kommt auf die Liste der Gerichte, die es jedes Jahr in der Saison gibt. So wie Akazien-Kaiserschmarrn, Bärlauchaufstrich und Hollerkoch.

Freitag, 17. April 2009

Froschdemonstration

In den letzten Wochen habe ich wirklich viel erlebt. Ich bin am ersten April Besitzerin eines Korbstuhls geworden. Ein Möbel, nur für mich. Juhuu! Ich benütze ihn im Schlafzimmer meiner Besitzer oder im Garten in dem jetzt gerade die Tulpen und Apfelbäume blühen. Und am zweiten April wollte ich mit Frauchen in den Wald gehen, um noch mehr Bärlauch zu holen, aber das war nicht möglich. Offenbar hat die Froschgewerkschaft eine Versammlung im Waldteich abgehalten, oder so ähnlich. Jedenfalls waren jede Menge Frösche laut quakend aufgebrochen. Es waren so viele, dass mein Frauchen Angst hatte, auf eines der gut getarnten Tiere zu treten. Vielleicht auf eines, das sich gerade im Laub etwas ausruht. In der Nähe des Teichs waren es etwa drei pro Quadratmeter, die herumhüpften und sich farblich rein garnicht vom schlammigen Boden abhoben. Irgendwie witzig, dass sie es geschafft haben, dass meine Besitzerin mit praktisch leeren Händen ihr Revier verlassen mussten. Dabei kann Frauchen die Froschsprache nicht, und weiß sicher nicht, worüber sich die sumpffarbenen Gesellen so aufgeregt haben.
Am sechsten April war ich mit Frauchen im Zoo. Es war sehr schön und meinen tierischen Freunden geht es gut. Ich konnte einen Truthahn dabei beobachten, wie er mit hochrotem Gesicht mit seinen Frauen über den Weg spazierte. Mehrere Pfaue präsentierten ihre Räder. Die Kattas haben schon wieder kleine Babys. Frauchen hat einen Ziegenbock das Kinn gekrault, und der wollte sie garnicht mehr gehen lassen, so toll fand er es.
Ich habe ein paar kleine Radausflüge unternommen und mein Frauchen von der Arbeit abgeholt. Das war lustig, weil sie ganz überrascht war, als ich plötzlich vor ihr stand. Und weit und breit kein Mensch, der mich getragen hätte. Hihi. Außerdem war ich in Nützling, dem kleinen Ort mit dem witzigen Namen. Und bei meinem Lieblingsbusch im Haspelwald, von dem es den tollen Minifilm gibt (in der Geschichte, die "Herzig" heißt). Und ich hab an Herrchens Geburtstagstorte geknabbert. Ich könnte viel mehr schreiben, aber mein Frauchen ist so fürchterlich faul!

Donnerstag, 26. März 2009

Frühling

Nach dem starken Schneefall und dem Verlust des halben Marillenbaumes war ich wirklich froh, dass der Frühling begonnen hat und im Garten die Frühlingsblumen blühen. Ich habe auch schon die ersten Ausflüge gemacht! Zuerst eine kleine Radrunde bei starkem Wind (dass die Barthaare nur so flatterten), bei dem ich ein Schneckenhaus und ein Mäuseloch begutachten konnte. Danach gab es eine zünftige Jause mit Speck und Käse. Ein paar Tage später waren wir im Wald, um den Bärlauch für den traditionellen Frühlingsaufstrich zu pflücken. Ich selbst bin ja kein Fan von Knoblauchgerüchen, aber der Spaziergang hat sich auf jeden Fall gelohnt! Ich hatte die Gelegenheit, ein Sonnenbad zu nehmen und danach meine Nase in die duftenden Blüten eines Seidelbaststrauches zu halten. Aaaah!

Mittwoch, 25. Februar 2009

Aquadome

Es hat an dem Tag, als wir nach Tirol fahren wollten, heftig geschneit. Schöner, pappiger Schnee. Den wollte ich schon lange, damit ich einen Schneemann bauen kann. Bisher war es nämlich immer so eiskalt, dass der Schnee zu locker war. Ich war ganz glücklich, als mir meine Besitzerin geholfen hat, eine Schneemaus zu errichten. Der Urlaub in Tirol war ein ganz schöner Reinfall. Frauchen hat mich nirgendwo hin mitgenommen. Nicht auf die Spaziergänge und nicht zum Essen mit den Verwandten. Schon gar nicht in das große Schwimmbad, das Aquadome heißt. Dabei hat sie davon sehr geschwärmt. Dass sie in riesigen Schüsseln mit Sole oder schwefelhältigem Heilwasser geschwommen ist, große, warme Becken mit Sprudeln, Wasserfällen, Gegenstromanlage,Sauna, Wasserrutsche, Solarium...Ich finde das nicht so toll. Besonders "schwefelhältig" klingt irgendwie verdächtig. Aber mich im Hotel zurückzulassen war auch nicht gerade nett, oder? Jedenfalls war ich beleidigt und hab sie am nächsten Tag schon um 3 Uhr in der Früh aufgeweckt. Sie hat sich dann auch bereit erklärt, mir die Gegend zu zeigen. Wunderschön. Ganz hohe Berge, Felsen, Wasserfall(gefroren), schöne Häuser. Auf der Fahrt nach Hause musste ich nicht wie bei der Hinfahrt im Koffer sitzen. Ich durfte aus dem Fenster gucken. Nach 5 Stunden waren wir zu Hause. Katastrophe! Mein Garten war verwüstet! Es hat noch so viel schweren Schnee geschneit, dass mehrere Bäume große Äste verloren haben. Auch der Marillenbaum. Der Marillenbaum ist für meine Besitzer besonders wichtig, denn wir brauchen ihn für Marillenmarmelade. Jetzt ist er nur noch halb so groß wie voriges Jahr!

Freitag, 9. Januar 2009

Die Lieblingshaube

Am vorletzten Tag unseres Winterurlaubs ging Herrchen zum Schifahren, während Frauchen mit uns durch die Stadt marschierte. Wir nützten die Gelegenheit, uns am Mineralwasser zu laben, denn der Ort hat warme, heilkräftige Quellen. Das Wasser wird auch für einige Brunnen genutzt, was den Vorteil hat, dass die Brunnen den ganzen Winter (auch bei eisiger Kälte) laufen können, ohne zu vereisen. Wir machten Fotos am örtlichen Wasserfall und spielten auf einem Holzmotorrad herum. Dann wollten wir ins Spielkasino, aber Frauchen erlaubte es nicht. Später waren wir in einer Kirche. Wir besichtigten die alpenländische Krippe und fanden auch ein größeres Jesuskind in einer Krippe vor dem Altar. Erik-Sohn und ich...wir waren ziemlich ausgelassen und tobten herum. Vielleicht ist das Mineralwasser zu belebend für Plüschtiere. Frauchen konnte uns in letzter Sekunde abhalten, die Altarglocken zu benutzen. Während unseres Tobens muss es passiert sein. Ich habe meine Lieblingshaube verloren. Oder besser gesagt: Frauchen hat meine Lieblingshaube verloren. Gemeinheit. Sie hat versucht, meine Haube wieder zu beschaffen, aber vergebens. Jetzt sitzt sie zu Hause und strickt Hauben für mich. Sie hat drei Probeexemplare fabriziert, aber die neue Haube aus der Wolle meiner alten Haube ist trotzdem nicht ganz genau gleich. Die Quaste ist kleiner und dichter. Aber ich will nicht meckern. Sie hat wirklich versucht, alles zu tun, damit ich nicht zu unglücklich über den Verlust bin.

Winterwanderungen

Am Neujahrstag hatten meine Besitzer leider keine Lust mit uns was zu unternehmen. Also spielten wir mit der Plüschbärenbande (9 Stück immerhin), die in unserem Urlaubsquartier wohnt, und mit einem grimmigen Gesellen mit einer Kette und einer Rute. Ein so genannter Krampus. Erst am Tag darauf unternahmen wir eine Wanderung durch den Wald, bei der wir auch gefährliche Bäche überqueren mussten. Es war wunderschön und tief verschneit. Erik-Sohn war begeistert, auch weil es wieder schöne Eiszapfen gab.Wir durften die meiste Zeit in Frauchens Jackentaschen mitreisen, aber manchmal mussten wir auch alleine laufen. Die Stege über die Bäche waren ziemlich unheimlich für eine nicht waschbare Maus, dass kann ich euch sagen. Die Waldwanderung hat meinen Besitzern so gefallen, dass gleich für den nächsten Tag schon wieder eine Wanderung geplant war. Die war fast noch toller! Erik-Sohn fand eine Scheune mit duftigem Bergheu. Er war kaum von dort weg zu locken und kaute mit vollen Backen. Der Reif war ganz dick an den Zweigen der Büsche und Bäume. Wir haben Schifahrern zugeschaut, da wir mehrmals Pisten überquert haben. Eine Schipiste war auch von unserem Rastplatz gut zu beobachten. Am Ende der Wanderung kamen wir in ein Seitental, in dem es eine ganze Anzahl Pferdeschlitten für Gäste gab. Man musste ihnen dauernd ausweichen, und die Pferde sorgten für ziemlich strengen Geruch. (Ich versteckte meine Nase unter meinem Schal.) Sie waren aber sehr hübsch und hatten lustige Glöckchen am Geschirr. Zu Hause gab es zum besseren warm werden Tee und Apfelstrudel. Juhuu!

Donnerstag, 1. Januar 2009

Silvester

Heute war ich mit Erik-Sohn wieder in dem Tal im Nationalpark Hohe Tauern. Während ich in der Skihütte geblieben bin, ist Erik-Sohn mit Herrchen ein Stück den Berg hinaufgestiegen und hat Gams gespielt. Steile Hänge erklettern, springen und vertrocknetes Berggras knabbern. Das Gams spielen hat ihm großen Spaß gemacht – bis am Himmel zwei imposante Adler aufgetaucht sind. Ich hab sie selbst durch das Fenster gesehen. Sehr unheimlich und beeindruckend. Erik-Sohn hat sich rasch im Gras versteckt. Angeblich, weil gute Tarnung für Gämsen sehr wichtig ist. Dann ist er mit Herrchen wieder in die Skihütte, wo Fauchen und ich ein gemütliches Feuer am Brennen gehalten haben. Es gab gebratenen Speck, mit Käse überbacken.(Das Rezept ist sicher von einer Maus inspiriert.) Danach spielten wir ein Geschicklichkeitsspiel und ein Glühwein wurde gekocht. Die Dämpfe haben den kleinen Elch kurzfristig außer Gefecht gesetzt. (Er behauptet, das Gämsenleben wäre so anstrengend gewesen, dass er ein Schläfchen benötigt hätte.) Herrchen hat ein Lagerfeuer für uns gemacht, an dem wir den Jahreswechsel erwarteten. Es war wunderbar romantisch.